Website-Relaunch ohne neue Teamfotos ist nur halb fertig
snaptosuit · 11. Juli 2026

Ein Website-Relaunch fühlt sich an wie ein Umzug in eine frisch renovierte Wohnung. Alles ist neu, alles ist hell, alles sitzt. Neue Struktur, schnellere Ladezeiten, ein Design, das endlich zeitgemäss wirkt. Und dann scrollt der Besucher zur Teamseite und steht plötzlich in einem Raum, der beim Umzug vergessen wurde.
Denn während jede Textzeile überarbeitet und jedes Icon neu gezeichnet wurde, sind die Porträts oft einfach mitgezogen. Dieselben Bilder wie auf der alten Seite, nur in ein neues Layout gesteckt. Das fällt sofort auf. Eine glänzende Hülle, in der die Gesichter noch aus der Zeit davor stammen.
Der Bruch, den jeder Besucher spürt
Menschen bemerken Inkonsistenz, auch wenn sie sie nicht benennen können. Sie klicken sich durch eure moderne Startseite, alles wirkt aus einem Guss, und dann kommt die Teamseite mit ihren zusammengewürfelten Fotos. In diesem Moment entsteht ein Ruck. Etwas passt nicht, und das Unterbewusstsein registriert es sofort.
Der Grund ist einfach. Der Rest der Website wurde von Profis gestaltet und folgt klaren Regeln. Die Porträts dagegen sind über Jahre entstanden, mal beim Fotografen, mal am Schreibtisch, mal aus einem alten Bewerbungsfoto herausgeschnitten. Wo sonst alles einer Linie folgt, tanzt hier plötzlich jedes Bild aus der Reihe.
Und ausgerechnet die Teamseite ist oft die meistbesuchte Unterseite überhaupt. Kunden schauen nach, mit wem sie es zu tun haben. Bewerber suchen ihre künftigen Kollegen. Partner prüfen, wer hinter der Firma steht. Genau der Ort, an dem der Bruch am meisten weh tut, bekommt oft die geringste Aufmerksamkeit.
Teamfotos sind kein Nachgedanke
In vielen Relaunch-Projekten stehen die Teamfotos ganz unten auf der Liste, falls sie überhaupt darauf stehen. Zuerst kommt die Technik, dann das Design, dann die Texte, und irgendwann heisst es: Die Fotos nehmen wir halt aus dem alten Bestand. Damit ist die Sache für viele erledigt, bevor sie richtig begonnen hat.
Das ist ein Denkfehler. Bilder tragen auf einer Website mehr Gewicht als Text, weil sie zuerst wahrgenommen werden. Bevor jemand eine Zeile liest, hat sein Auge die Gesichter schon erfasst. Wenn diese Gesichter uneinheitlich und veraltet wirken, ist der erste Eindruck bereits gesetzt, egal wie gut der Text danach ist.
Behandelt die Teamfotos deshalb als festen Bestandteil des Relaunchs, nicht als Anhängsel. Sie verdienen denselben Platz im Projektplan wie Struktur und Design. Alles andere ist, als würdet ihr die Wohnung renovieren und ein Zimmer bewusst so lassen, wie es vorher war.
Was uneinheitliche Porträts wirklich kosten
Der Schaden ist nicht nur ästhetisch. Uneinheitliche Fotos senden eine Botschaft über die Firma, die niemand gewollt hat. Sie flüstern: Hier fehlt der Blick fürs Detail. Und wenn eine Firma schon bei der eigenen Aussendarstellung nachlässig wirkt, überträgt der Besucher dieses Gefühl schnell auf das, was sie sonst so liefert.
Besonders im Vergleich wird es deutlich. Der Wettbewerber, dessen Team einheitlich und aktuell aussieht, wirkt auf Anhieb sortierter und verlässlicher. Nicht weil er besser arbeitet, sondern weil sein Auftritt Sorgfalt ausstrahlt. In einem Markt, in dem viele Angebote sich ähneln, entscheidet oft genau dieser Eindruck von Professionalität.
Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt. Fehlen aktuelle Fotos, findet man neue Kollegen oft gar nicht auf der Seite, während längst ausgeschiedene noch präsent sind. Das verwirrt Kunden und wirkt, als sei die Firma nicht ganz auf der Höhe der eigenen Gegenwart.
So macht ihr den Relaunch wirklich fertig
Plant die Porträts früh ein, nicht am Ende. Legt fest, wie sie aussehen sollen, sobald das neue Design steht: gleicher Hintergrund, gleiches Licht, gleicher Ausschnitt. Sorgt dafür, dass alle aktuellen Mitarbeiter dabei sind und niemand fehlt, der längst zum Team gehört. So wird die Teamseite zum starken Teil des Auftritts statt zur Schwachstelle.
Denkt auch an die Zeit nach dem Launch. Eine Website lebt weiter, Menschen kommen und gehen. Wenn es keine klare Regel für neue Porträts gibt, sieht die schöne einheitliche Seite in einem halben Jahr schon wieder gemischt aus. Ein fester Stil, der sich einfach wiederholen lässt, hält den Auftritt dauerhaft sauber.
Und genau hier hat sich etwas verändert. Ein einheitlicher Porträtstil verlangt heute nicht mehr zwingend, das ganze Team an einem Tag ins Studio zu holen. Es gibt inzwischen studiofreie Wege, aus vorhandenen Aufnahmen stimmige, professionelle Porträts zu erzeugen und denselben Look später für jedes neue Gesicht zu wiederholen. Damit wird der Relaunch endlich ganz fertig, und zwar bis in die Teamseite hinein.


