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Schweizer Unternehmen: Mitarbeiterfotos gehören nicht dem Zufall überlassen

snaptosuit · 7. Juni 2026

In den meisten Schweizer Unternehmen entstehen Mitarbeiterfotos nach dem Zufallsprinzip. Der eine hat noch das Bild vom Eintrittstag, gemacht mit der Kamera, die gerade da war. Die andere hat sich selbst etwas aus dem letzten Firmenanlass geschnitten. Ein Dritter schickt der Marketingabteilung ein Selfie, weil die Deadline drängt. Und so entsteht über die Jahre eine Teamseite, die niemand je bewusst gestaltet hat. Sie ist einfach passiert.

Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, wie viel Sorgfalt dieselben Firmen sonst walten lassen. Beim Briefpapier wird über die Grammatur diskutiert, beim Logo über Farbabstufungen gestritten, bei der Büroeinrichtung auf Details geachtet. Nur bei den Gesichtern, also bei dem, worauf jeder Besucher zuerst schaut, herrscht Beliebigkeit. Dabei sind Mitarbeiterfotos kein Nebenschauplatz. Sie sind oft der erste echte Kontakt eines Aussenstehenden mit eurem Unternehmen.

Der Zufall hat immer eine Aussage

Der Denkfehler ist, den Zufall für neutral zu halten. Er ist es nicht. Jedes Bild sagt etwas, ob ihr es steuert oder nicht. Ein zusammengewürfelter Bilderhaufen sagt, hier hat niemand hingeschaut. Unterschiedliche Hintergründe, mal warmes, mal kaltes Licht, ein Kopf gross, der nächste klein, dieser hochkant, jener quer. Das Auge sucht automatisch nach einem Muster, und wo es keines findet, entsteht ein leiser Eindruck von Unordnung. Kein Besucher wird ihn benennen. Aber spüren wird ihn fast jeder.

Und dieser Eindruck färbt ab. Wer den Auftritt eines Unternehmens als unordentlich empfindet, überträgt das unbewusst auf das Ganze. Auf die Sorgfalt bei der Arbeit, auf die Verlässlichkeit, auf die Qualität. Das ist unfair, weil ein schlechtes Foto nichts über die tatsächliche Leistung aussagt. Aber so arbeitet die Wahrnehmung. Sie schliesst vom Sichtbaren auf das Unsichtbare. Genau deshalb ist es riskant, ausgerechnet den ersten sichtbaren Eindruck dem Zufall zu überlassen.

Einheitlichkeit schlägt das perfekte Einzelbild

Wenn ihr nur eine Sache ändert, dann diese. Sorgt für Einheitlichkeit statt für einzelne Prunkstücke. Ein perfektes Portrait bringt euch wenig, wenn es zwischen fünf uneinheitlichen Bildern hängt. Ihr kennt das vom Bücherregal, in dem ein Band quer liegt. Genau dieser kleine Stich der Irritation trifft eure Besucher, wenn eine Person warm und die nächste kühl beleuchtet ist, wenn ein Hintergrund weiss und der nächste beige ist.

Deshalb gilt der Grundsatz, lieber alle Bilder in solider, gleicher Qualität als ein Meisterwerk und der Rest Stückwerk. Gleicher Ausschnitt, gleiche Blickrichtung, gleiche Lichtstimmung, gleicher Hintergrund. Diese Ruhe wirkt professionell, weil sie zeigt, dass jemand nach Plan gehandelt hat. Und einem Unternehmen, das seinen eigenen Auftritt im Griff hat, traut man auch das Geschäft zu. Konsistenz ist kein ästhetisches Detail. Sie ist ein Kompetenzsignal.

Warum der Zufall so hartnäckig ist

Wenn Beliebigkeit so schlecht wirkt, warum halten dann so viele daran fest? Die Antwort liegt selten an mangelndem Willen. Sie liegt an der Logistik. Ein einheitlicher Auftritt setzt eigentlich voraus, dass alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort vor der gleichen Kamera stehen. In einem Unternehmen mit mehreren Standorten, Aussendienst, Teilzeit und Homeoffice ist das fast unmöglich. Also verschiebt man, und am Ende macht jeder doch wieder sein eigenes Bild.

Dazu kommt das Nachwuchsproblem. Selbst wenn ein Team einmal sauber und einheitlich abgelichtet wurde, kommt ein halbes Jahr später jemand Neues dazu. Das ursprüngliche Setting ist nicht mehr verfügbar, das Licht war ein anderes, und schon beginnt die Uneinheitlichkeit von vorne. So zerfällt selbst ein guter Auftritt mit der Zeit wieder in einen Flickenteppich. Der Zufall ist also nicht Faulheit. Er ist meist die Folge fehlender praktischer Möglichkeiten.

Bilder wirken auch nach innen

Ein Aspekt, der oft vergessen wird. Mitarbeiterfotos richten sich nicht nur an Kunden, sondern auch an die eigenen Leute. Wer neu anfängt, sieht die künftigen Kolleginnen häufig zuerst auf der Website, lange bevor er ihnen begegnet. Ein einheitlicher, freundlicher Auftritt signalisiert, hier gehört man zusammen, hier herrscht Ordnung. Das senkt die Distanz vom ersten Tag an. Ein zusammengewürfelter dagegen wirkt schon vor dem Start ein wenig unpersönlich.

Auch bestehende Teams lesen mit. Wenn ein Unternehmen sich die Mühe macht, dass alle einen ordentlichen Auftritt bekommen und nicht nur die Geschäftsleitung schön abgelichtet ist, spürt das jeder. Es zeigt, dass Wertschätzung gelebt wird und nicht nur im Leitbild steht. Solche kleinen Signale summieren sich zur Unternehmenskultur. Wer die Mitarbeiterfotos ernst nimmt, sagt damit indirekt, dass er die Mitarbeiter ernst nimmt.

Aus Zufall Absicht machen

Der Weg aus der Beliebigkeit beginnt mit einer Entscheidung, nicht mit Technik. Legt fest, wie eure Mitarbeiterfotos aussehen sollen. Welcher Hintergrund, welche Lichtstimmung, welcher Ausschnitt, welche Blickrichtung. Behandelt diese Regeln als Teil eures Markenauftritts, so ernst wie Logo und Schriftbild. Dann habt ihr einen Massstab, an dem sich jedes neue Bild ausrichten kann, statt dass wieder jeder macht, was gerade geht.

Dass die Umsetzung heute leichter fällt, hilft dabei. Moderne, studiofreie Wege erlauben es, saubere und einheitlich gestaltete Bilder zu erzeugen, ohne dass alle gleichzeitig am selben Ort stehen müssen, und sie machen es einfacher, neue Leute später im gleichen Stil nachzuziehen. Das löst das alte Logistikproblem, an dem so viele gute Absichten gescheitert sind. Die Entscheidung aber bleibt eure. Überlegt euch bewusst, welchen Eindruck eure Gesichter vermitteln sollen, und überlasst ihn nicht länger dem nächsten schnellen Schnappschuss. Mitarbeiterfotos sind zu wichtig, um sie einfach passieren zu lassen.