Insurtechs: Digital wirken, aber menschlich bleiben
snaptosuit · 1. Mai 2026

Jemand liegt abends auf dem Sofa und schliesst in vier Minuten eine Hausratversicherung bei euch ab. Kein Berater, kein Papier, kein Termin. Genau das ist euer Versprechen, und es funktioniert. Und trotzdem hält diese Person kurz inne, bevor sie auf "Kostenpflichtig abschliessen" tippt. Denn im Kopf läuft eine leise Frage mit: Was, wenn wirklich mal etwas passiert? Wer ist dann da? In diesem Moment sucht sie nach etwas Menschlichem hinter der glatten Oberfläche eurer App. Und findet es oft nicht.
Ihr habt ein Paradox am Hals, das kaum eine andere Branche so scharf spürt. Ihr verkauft Digitalisierung, Tempo, Selfservice. Gleichzeitig verkauft ihr ein Produkt, das reine Zukunftsangst ist. Versicherung heisst: Ich zahle heute, damit im schlimmsten Moment jemand für mich einsteht. Eine App kann nicht trösten. Ein Chatbot ersetzt kein Gegenüber, wenn das Wasser im Keller steht. Deshalb entscheidet bei euch nicht nur, wie modern ihr wirkt, sondern ob hinter dem Modernen ein Mensch spürbar bleibt.
Digital heisst nicht gesichtslos
Viele junge Versicherer verwechseln digital mit anonym. Die Website ist aufgeräumt, die Farben frisch, die Illustrationen niedlich. Menschen sucht man vergebens. Kein Team, keine Gesichter, höchstens ein Stockfoto von einer lachenden Familie, die es so nie gab. Das wirkt sauber, aber es wirkt auch leer. Und Leere ist Gift für ein Produkt, bei dem es am Ende um Vertrauen im Ernstfall geht.
Denkt an den Moment, in dem jemand wirklich einen Schaden meldet. Der Laptop wurde gestohlen, das Velo ist weg, im schlimmeren Fall gab es einen Unfall. In diesem Moment will die Person nicht das Gefühl haben, mit einer Maschine zu sprechen, die sie abwimmelt. Sie will spüren, dass da echte Leute sitzen, die den Fall bearbeiten. Wenn eure Website vorher nie ein Gesicht gezeigt hat, fällt dieser Vertrauensvorschuss weg. Ihr wart immer nur eine schnelle App, und jetzt, wo es drauf ankommt, wirkt genau das kalt.
Ein einziges gutes Teamfoto kann diese Lücke schliessen. Es sagt: Hinter dem schlanken Prozess stehen Menschen, die euren Fall ernst nehmen. Das ist kein Widerspruch zu eurem digitalen Anspruch. Es ist die Vollendung davon. Die besten Insurtechs zeigen beides gleichzeitig, ein reibungsloses Produkt und ein Team, das man sich vorstellen kann.
Der Schadenfall entscheidet über euren Ruf
In eurer Branche macht ihr das Geschäft beim Abschluss, aber den Ruf macht ihr beim Schaden. Kundinnen erzählen selten davon, wie schnell sie eine Police abgeschlossen haben. Sie erzählen davon, wie ihr euch verhalten habt, als es ernst wurde. War da jemand? Ging es fair zu? Fühlte sich das persönlich an oder wie ein Formular in der Warteschleife? Genau diese Geschichten entscheiden, ob euer Wachstum trägt oder ob ihr teuer eingekaufte Kunden gleich wieder verliert.
Deshalb lohnt es sich, die Menschen im Schaden- und Kundenservice sichtbar zu machen. Nicht als anonyme Callcenter-Truppe, sondern als Gesichter mit Namen. Wer auf eurer Seite die Person sieht, die im Notfall den Anruf entgegennimmt, geht mit einem anderen Gefühl in den Vertrag. Er weiss, dass da kein schwarzes Loch wartet, sondern ein Ansprechpartner. Für ein Produkt, das reine Vertrauenssache ist, ist das ein starker Hebel.
Ein Bild kann viel über eure Haltung im Schadenfall verraten, lange bevor jemand ihn erlebt. Ein offener, ruhiger Blick eurer Mitarbeitenden signalisiert Zuwendung. Eine steife, gestellte Miene signalisiert Bürokratie. Ihr habt es in der Hand, welchen Eindruck ihr sät, und dieser Eindruck keimt genau dann auf, wenn es für die Kundin drauf ankommt.
Vertrauen entsteht vor dem ersten Schaden
Das Tückische an eurem Produkt ist, dass die meisten Kunden es hoffentlich nie richtig brauchen. Sie zahlen jahrelang und erleben nie einen grossen Schaden. Das heisst, das Vertrauen muss vollständig im Vorfeld aufgebaut werden, allein aus dem Eindruck, den ihr macht. Ihr könnt es nicht durch grossartige Schadenabwicklung nachliefern, weil der Schaden meistens ausbleibt. Umso mehr zählt jedes Signal, das ihr vorher aussendet.
Menschen schliessen bei Marken ab, die sich glaubwürdig und greifbar anfühlen. Ein junges Versicherungsunternehmen kämpft ohnehin gegen den Reflex, dass Neues weniger sicher sei als die alte, grosse Versicherung mit dem Hochhaus in der Stadt. Diesen Reflex überwindet ihr nicht mit noch mehr Hochglanz. Ihr überwindet ihn, indem ihr zeigt, dass echte, kompetente Menschen euer Unternehmen tragen. Gesichter schaffen die Nähe, die euer schlankes Interface allein nicht liefern kann.
Achtet dabei auf die Mischung aus Modernität und Wärme. Eure Bilder dürfen frisch und zeitgemäss sein, sie sollen ja zu eurer digitalen DNA passen. Aber sie dürfen nicht so gestellt und glatt wirken, dass jede Menschlichkeit verschwindet. Der Blick in die Kamera darf freundlich sein, die Haltung entspannt, das Lächeln echt. So entsteht der Eindruck, den ihr braucht: hier ist ein Unternehmen, das digital denkt und menschlich handelt.
Wie ihr ein einheitliches, junges Gesicht behaltet
Insurtechs wachsen sprunghaft. Heute seid ihr zwölf Leute, in einem Jahr vielleicht sechzig. Neue Mitarbeitende kommen in Wellen, oft verteilt über mehrere Standorte oder komplett im Homeoffice. Genau das macht ein einheitliches Bildauftreten schwierig. Ein klassisches Fotoshooting, bei dem alle gleichzeitig ins Studio kommen, passt überhaupt nicht zu eurem Tempo und eurer verteilten Arbeitsweise. Kaum sind alle abgelichtet, sind schon wieder zehn neue Gesichter da, die fehlen.
Das Ergebnis sieht man auf vielen Teamseiten schnell wachsender Firmen. Ein Flickenteppich aus Bildern, manche professionell, manche schnell am Schreibtisch geknipst, manche noch vom letzten Arbeitgeber. Für ein Unternehmen, das für einen modernen, durchdachten Auftritt steht, ist das ein unnötiger Bruch. Wer digitale Sorgfalt verspricht, sollte auch beim eigenen Bild sorgfältig wirken.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf moderne, studiofreie Lösungen. Heute lässt sich aus einem einfachen Selfie ein professionelles, einheitliches Mitarbeiterfoto erzeugen, ohne Studio und ohne dass jemand extra anreist. Der neue Kollege im Homeoffice schickt ein Handybild und erscheint kurz darauf im gleichen frischen Stil wie das ganze Team. So bleibt euer Auftritt so schnell und einheitlich wie euer Produkt. Und die Kundin auf dem Sofa, die kurz vor dem Abschluss zögert, sieht ein Team, dem sie im Ernstfall zutraut, für sie da zu sein.


