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Geschäftsleitungen: Eure Fotos setzen den Ton für die ganze Firma

snaptosuit · 11. Juni 2026

Ihr redet viel über Kultur. Über Werte, über Zusammenhalt, über eine offene und moderne Firma. Ihr schreibt Leitbilder, haltet Ansprachen, hängt Slogans an die Wand. Und die ganze Zeit über schaut euch die Belegschaft an, was ihr wirklich tut. Menschen glauben nicht, was auf dem Plakat steht. Sie glauben, was sie sehen. Und eines der ersten Dinge, die sie an euch sehen, sind eure eigenen Fotos.

Das wird gern unterschätzt. Eure Porträts auf der Website, im Geschäftsbericht, in der Präsentation vor der Belegschaft sind keine Nebensache. Sie sind eine leise, aber unüberhörbare Ansage. Sie zeigen, wie ernst ihr euren eigenen Auftritt nehmt, wie zugänglich oder abgehoben ihr euch gebt, ob ihr Teil des Ganzen sein wollt oder darüber schwebt. Und was ihr hier vorlebt, sickert nach unten durch die ganze Firma.

Die Belegschaft liest eure Bilder genauer, als ihr denkt

Stellt euch eine neue Mitarbeiterin am ersten Arbeitstag vor. Sie öffnet das Intranet, sucht, wer diese Firma eigentlich führt, und stösst auf die Seite der Geschäftsleitung. In diesem Moment bildet sie sich ein Urteil, das erstaunlich langlebig ist. Wirken diese Menschen nahbar oder unantastbar. Modern oder von gestern. Wie ein eingespieltes Team oder wie vier Einzelkämpfer, die zufällig im selben Haus arbeiten.

Und sie liest zwischen den Zeilen. Wenn die Geschäftsleitung auf teuren, makellos inszenierten Einzelporträts thront, während der Rest der Firma sich mit lieblosen Ausweisfotos begnügen muss, entsteht eine klare Botschaft über Hierarchie und Distanz. Wenn umgekehrt alle, von der Geschäftsleitung bis zum Lehrling, in derselben stimmigen Bildsprache auftreten, sagt das etwas ganz anderes. Hier gelten für alle dieselben Massstäbe. Solche Signale sind stärker als jeder Wertekatalog.

Ihr setzt den Standard, ob ihr wollt oder nicht

In fast jeder Firma orientiert sich der Rest an der Spitze. Wie die Geschäftsleitung sich kleidet, wie sie kommuniziert, wie sie auftritt, das wird zum unausgesprochenen Massstab. Genauso ist es bei Fotos. Wenn eure eigenen Porträts sorgfältig, professionell und einheitlich sind, setzt ihr damit eine Latte. Die Bereichsleiter wollen dann nicht mit einem verwackelten Handyfoto danebenstehen. Der Anspruch wandert nach unten.

Lasst ihr euch dagegen selbst mit zusammengewürfelten, veralteten oder schludrigen Bildern abbilden, dann sendet das ebenfalls ein Signal. Nämlich, dass es hier auf so etwas nicht ankommt. Und dann braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn die Teamseiten der Abteilungen aussehen wie ein Sammelsurium aus Ferienschnappschüssen. Ihr habt den Ton vorgegeben, nur eben in die andere Richtung.

Das ist der unbequeme Teil eurer Vorbildrolle. Sie gilt auch da, wo ihr sie nicht bewusst wahrnehmt. Ein Aha-Moment für viele Führungsteams ist die Erkenntnis, dass sie mit ihren eigenen Bildern jeden Tag eine stille Erwartung formulieren, ohne je darüber gesprochen zu haben.

Nahbarkeit ist kein Weichspüler

Es gibt eine Sorge, die vor allem in traditionellen Häusern mitschwingt. Wenn wir uns zu nahbar zeigen, verlieren wir dann nicht an Autorität. Die Antwort ist ein klares Nein, und das Gegenteil ist meist wahr. Ein steifes, unterkühltes Porträt wirkt heute nicht souverän, sondern distanziert und ein wenig aus der Zeit gefallen. Autorität entsteht nicht durch Kälte. Sie entsteht durch Präsenz und Klarheit.

Ein gutes Führungsporträt zeigt einen Menschen, der ruht, der da ist, der den Betrachter offen anschaut, ohne sich anzubiedern. Das strahlt mehr Stärke aus als jede verkrampfte Pose. Und für die Belegschaft macht es einen riesigen Unterschied, ob sie in der Geschäftsleitung ansprechbare Menschen sieht oder abweisende Silhouetten. Denn niemand bringt gern ein Problem oder eine gute Idee zu jemandem, der schon auf dem Foto unnahbar wirkt.

Fangt bei euch selbst an

Wenn ihr die Aussenwirkung und die Kultur eurer Firma über Bilder verbessern wollt, dann beginnt nicht bei den Abteilungen. Beginnt bei euch. Sorgt dafür, dass eure eigenen Porträts stimmen, dass sie einheitlich sind, dass sie euch als das zeigen, was ihr sein wollt, ein zugewandtes, verlässliches, modernes Führungsteam. Erst wenn das steht, habt ihr die Glaubwürdigkeit, denselben Anspruch auch von allen anderen einzufordern.

Achtet dabei besonders darauf, als Team zu wirken und nicht als Ansammlung von Solisten. Wenn eure Bilder in Licht, Ausschnitt und Stimmung zusammenpassen, überträgt sich dieses Gefühl von Geschlossenheit auf die Wahrnehmung der ganzen Führung. Und eine Firma, deren Spitze sichtbar an einem Strang zieht, wirkt nach innen wie nach aussen belastbarer.

Der praktische Aufwand ist dabei geringer geworden. Ihr müsst nicht euren vollen Terminkalender für einen halben Studiotag opfern, bloss um vier oder fünf einheitliche Bilder zu bekommen, und die Nachzügler dann Wochen später hinterherorganisieren. Moderne, studiofreie Lösungen können aus normalen Aufnahmen ein stimmiges Ergebnis formen. Doch das bleibt Beiwerk. Die eigentliche Botschaft dieses Beitrags ist eine Haltung. Eure Fotos sind nie nur eure Fotos. Sie setzen den Ton für alle, die euch jeden Tag anschauen und daraus ihre Schlüsse ziehen.