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Cleantech-Startups: Mission glaubwürdiger machen mit echten Gesichtern

snaptosuit · 26. April 2026

Eure Landingpage ist stark. Da steht etwas von Dekarbonisierung, von Kreislaufwirtschaft, von einer Technologie, die einen echten Unterschied macht. Grosse Worte, grosse Mission, und meistens stimmt sie sogar. Ihr meint es ernst. Aber jetzt kommt der Investor, der euer Deck gesehen hat und die Firma prueft. Oder der Grosskunde, der ueberlegt, seine Lieferkette von euch umbauen zu lassen. Oder der Ingenieur, den ihr gern abwerben wuerdet. Alle drei landen irgendwann auf eurer Team-Seite. Und dort entscheidet sich, ob eure Mission glaubwuerdig wirkt oder wie ein Versprechen, hinter dem niemand steht.

Cleantech hat ein besonderes Problem. Ihr verkauft Zukunft. Ihr verkauft etwas, das es in dieser Form noch nicht gibt, das sich noch beweisen muss, das grosse Investitionen und langfristiges Vertrauen verlangt. In einem Markt, in dem viele viel versprechen und mancher am Ende heisse Luft liefert, ist Glaubwuerdigkeit euer wertvollstes Gut. Und Glaubwuerdigkeit haengt an Menschen. An echten, greifbaren, kompetenten Gesichtern, nicht an noch einem Rendering einer Anlage, die vielleicht irgendwann gebaut wird.

Grosse Vision, unsichtbares Team

Ich sehe es immer wieder. Cleantech-Startups investieren enorm in die Darstellung ihrer Technologie. Aufwendige Visualisierungen, animierte Erklaerungen, Diagramme, die zeigen, wie viel CO2 eingespart wird. Und dann, ganz unten auf der Seite, das Team. Vier verpixelte Kaestchen, eines mit Sonnenbrille aus dem Urlaub, eines offensichtlich aus einer alten Praesentation ausgeschnitten, eines fehlt ganz, weil die neue Verfahrenstechnikerin noch kein Bild geschickt hat.

Dieser Kontrast ist verheerend. Auf der einen Seite eine Hochglanz-Vision, auf der anderen ein lieblos zusammengewuerfeltes Team. Was denkt der Investor? Nicht bewusst viel. Unbewusst denkt er: Die koennen gut Prospekte bauen, aber sitzen da eigentlich Leute, die das umsetzen koennen? Gerade weil eure Technologie so schwer greifbar ist, sucht der Betrachter nach etwas Konkretem, an dem er festhalten kann. Das Konkreteste, was ihr habt, sind eure Menschen.

Bei tiefgruenen Technologien mit langem Atem ist das noch wichtiger als anderswo. Ein Kunde, der seine Produktion umstellt, geht ein Risiko ein. Ein Investor, der eine fruehe Runde zeichnet, wettet auf ein Team, oft mehr noch als auf das Produkt. Beide wollen sehen, wem sie da eigentlich vertrauen. Ein anonymes oder chaotisches Team-Bild raubt ihnen genau diese Sicherheit.

Kompetenz muss man sehen, nicht nur behaupten

In eurer Branche sitzen oft beeindruckende Leute. Promovierte Verfahrenstechnikerinnen, erfahrene Energieingenieure, Gruenderinnen, die vorher schon etwas aufgebaut haben. Das ist euer eigentliches Pfund. Nur nuetzt es wenig, wenn man es nicht sieht. Ein Lebenslauf im Fliesstext ueberzeugt weniger als ein Gesicht, dem man die fachliche Ernsthaftigkeit ansieht.

Ein gutes Portraet eurer Fachleute leistet genau das. Der Blick ruhig und direkt, die Haltung souveraen, die Ausstrahlung kompetent und trotzdem zugaenglich. So sieht jemand aus, der weiss, wovon er spricht, und dem man zutraut, ein Grossprojekt durch alle Rueckschlaege zu bringen. Ein unscharfes, schlecht ausgeleuchtetes Bild sagt das Gegenteil, egal wie brillant die Person in Wirklichkeit ist. In einem Feld, in dem viel behauptet und wenig geliefert wird, ist ein glaubwuerdiges Gesicht ein echtes Argument.

Dazu kommt der Ton. Cleantech lebt von einer gewissen Ernsthaftigkeit. Ihr wollt nicht wirken wie ein weiteres Hype-Startup, das in zwei Jahren wieder weg ist, sondern wie ein verlaesslicher Partner fuer den langen Weg. Eure Bildsprache sollte das tragen. Nicht verspielt, nicht uebertrieben inszeniert, sondern klar und substanziell. So, wie eure Mission gemeint ist.

Warum euer Team schwer zusammenzubekommen ist

Jetzt zur praktischen Wahrheit. Cleantech-Teams sind selten an einem Ort. Ein Teil sitzt im Buero, ein Teil an der Pilotanlage im Industriegebiet, ein Teil im Labor, und einige arbeiten remote oder pendeln zwischen Standorten. Ihr wachst schnell und ungleichmaessig. Diese Woche kommen zwei Ingenieurinnen dazu, im naechsten Monat baut ihr ein ganzes Team fuer eine neue Anwendung auf.

Alle gleichzeitig fuer ein Fotoshooting an einen Ort zu bekommen, ist bei diesem Alltag fast unmoeglich. Der Verfahrensingenieur steht an der Anlage und kann nicht weg. Die neue Kollegin faengt an, waehrend der naechste Sammeltermin erst in einem halben Jahr angesetzt ist. Und Cleantech-Startups haben meist Wichtigeres mit ihrem Budget und ihrer Zeit vor, als einen Fotografen ueber drei Standorte zu koordinieren. Verstaendlich. Nur bleibt die Team-Seite dabei genau der schwache Punkt, den Investoren und Kunden als Erstes anschauen.

So entsteht der Flickenteppich fast zwangslaeufig. Nicht aus Nachlaessigkeit, sondern aus Logistik. Aber der Betrachter sieht nur das Ergebnis, und das Ergebnis untergraebt genau die Professionalitaet, die ihr sonst so muehsam aufbaut.

Ein Auftritt, so ernsthaft wie eure Mission

Mein Rat ist einfach. Behandelt euer Team-Bild mit derselben Ernsthaftigkeit wie eure Technologie. Setzt einen klaren Standard, wie ein Portraet bei euch aussieht, und sorgt dafuer, dass jeder neue Mensch im Team diesen Standard sofort erfuellt, nicht erst nach dem naechsten Sammeltermin, der ohnehin verschoben wird. Ein einheitlicher, hochwertiger Auftritt eures Teams zahlt direkt auf eure Glaubwuerdigkeit ein und damit auf die Bereitschaft, euch Geld und Vertrauen zu geben.

Weil klassische Shootings mit dem Tempo und der Verteilung eines Cleantech-Startups nicht mithalten, lohnt ein Blick auf moderne, studiofreie Ansaetze. Heute laesst sich aus einem einfachen Selfie ein professionelles, einheitliches Portraet im gleichen Stil erzeugen, ohne Anreise und ohne Studio. Der Ingenieur an der Pilotanlage schickt ein Handybild und erscheint kurz darauf so hochwertig abgebildet wie das Kernteam. Die remote arbeitende Verfahrenstechnikerin ebenso. So haltet ihr eure Team-Seite aktuell, egal wie schnell ihr wachst.

Ihr wollt die Welt ein Stueck besser machen, und das nehme ich euch ab. Aber der Investor und der Kunde nehmen es euch nur ab, wenn sie sehen, wer da eigentlich am Werk ist. Gebt eurer Mission Gesichter, denen man vertraut. Dann klingt sie nicht nur gross, sondern glaubwuerdig.