Catering-Firmen: Mehr Persönlichkeit auf eurer Website
snaptosuit · 3. April 2026

Stellt euch vor, jemand plant die Hochzeit des Lebens oder das Sommerfest der Firma und sitzt abends am Laptop und klickt sich durch zwölf Catering-Websites. Was seht ihr auf allen zwölf? Ein glänzendes Fingerfood-Tablett von oben fotografiert, eine Reihe Gläser mit etwas Grünem darin, ein Buffet im warmen Gegenlicht. Schön, sicher. Aber austauschbar. Nach dem fünften Anbieter verschwimmt alles zu einer einzigen Bilderwand aus Häppchen, und niemand weiss mehr, welche Firma zu welchem Foto gehörte.
Das ist das Grundproblem eurer Branche. Ihr verkauft kein Produkt aus dem Regal, ihr verkauft einen Abend, an dem nichts schiefgehen darf. Und trotzdem zeigt ihr auf der Startseite nur das Essen und fast nie die Menschen, die diesen Abend stemmen. Dabei ist genau das eure eigentliche Leistung. Nicht das Lachshäppchen, sondern die Ruhe eurer Serviceleitung, wenn um 19 Uhr plötzlich vierzig Gäste mehr kommen als angekündigt. Wer das versteht, hört auf, nur Teller zu fotografieren.
Menschen buchen Menschen, nicht Buffets
Denkt an das letzte Erstgespräch, das gut lief. Die Kundin war angespannt, weil sie schon einmal an einen Caterer geraten war, der zu spät kam und kalt servierte. Was hat sie beruhigt? Nicht eure Preisliste. Es war der Moment, in dem eure Projektleiterin sich vorbeugte, ehrlich lachte und sagte, das kriegen wir hin, erzählt mir von euren Gästen. In diesem Moment ist die Buchung gefallen. Genau dieses Gefühl fehlt auf fast jeder Catering-Website, weil dort niemand ein Gesicht hat.
Ein gutes Portrait eurer Küchenchefin, eurer Servicecrew, eures Fahrers, der morgens um sechs den Transporter belädt, sagt mehr als drei Absätze Selbstbeschreibung. Die Leute sehen, dass hinter dem Angebot echte Personen stehen, die stolz auf ihre Arbeit sind. Und Stolz kann man fotografieren. Man sieht ihn an der Haltung, am Blick, an der Art, wie jemand die eigene Schürze trägt. Das ist Vertrauen, bevor das erste Telefonat geführt wurde.
Wichtig ist dabei die Haltung hinter den Bildern. Es geht nicht darum, eure Leute in Hochglanz zu inszenieren, bis sie aussehen wie Models aus einem Möbelkatalog. Es geht um erkennbare, sympathische Menschen, die man am nächsten Fest wiedererkennt. Wer die Türe öffnet und denkt, ach, die kenne ich doch von der Website, der hat schon Vertrauen mitgebracht, ohne es zu merken.
Ehrliche Bilder schlagen perfekte Kulisse
Es gibt einen Reflex in eurer Branche, immer nur das fertige, makellose Resultat zu zeigen. Verständlich, ihr seid Perfektionisten, sonst würdet ihr diesen Job nicht machen. Aber gerade in der Gastronomie sehnen sich Menschen nach dem Gegenteil von steril. Sie wollen Wärme, Handwerk, ein bisschen Schweiss. Ein Bild aus eurer Küche, in dem eure Leute konzentriert und trotzdem gut gelaunt anrichten, wirkt tausendmal echter als ein freigestelltes Tablett vor weissem Hintergrund.
Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen ehrlich und nachlässig. Ein verwackelter Schnappschuss vom Handy, im Hintergrund ein voller Abwaschberg und flackerndes Neonlicht, das ist nicht charmant, das schreckt ab. Ihr braucht keine Studioatmosphäre, aber ihr braucht saubere, gut ausgeleuchtete, ruhig komponierte Bilder eurer Leute. Die Kunst liegt genau dazwischen. Nahbar, aber sorgfältig. Menschlich, aber nicht schludrig.
Ein kleiner Test dafür. Schaut euch eure Teamfotos an und fragt euch, würdet ihr diesen Menschen euer eigenes Familienfest anvertrauen, nur nach dem Bild? Wenn die Antwort zögert, liegt es selten am Menschen und fast immer am Foto. Dann ist es Zeit, die Bilder neu zu machen, statt an den Menschen zu zweifeln.
Konsistenz macht aus einer Crew ein Team
Viele kleine Catering-Betriebe wachsen mit der Zeit zusammen aus Aushilfen, Festangestellten, Studentinnen fürs Wochenende und dem Schwager, der beim Fahren hilft. Auf der Website sieht man das leider sofort. Ein Foto ist zehn Jahre alt, das nächste vom letzten Sommer im grellen Mittagslicht geknipst, das dritte ein zugeschnittenes Partybild, auf dem noch der abgeschnittene Arm einer fremden Person zu sehen ist. Diese Uneinheitlichkeit erzählt unbewusst eine Geschichte. Nämlich, hier ist alles ein bisschen zusammengewürfelt.
Dabei wollt ihr genau das Gegenteil verkaufen. Ihr wollt sagen, wir sind eine eingespielte Truppe, bei uns greift ein Rädchen ins andere. Ein einheitlicher Bildlook für alle Portraits macht diese Aussage sichtbar, bevor ein Wort gelesen wird. Gleicher Hintergrund, gleiche Lichtstimmung, gleicher Ausschnitt. Plötzlich wirken zwölf Einzelpersonen wie ein Team, das zusammengehört. Und ein Team, das zusammengehört, traut man einen reibungslosen Abend eher zu als einer losen Ansammlung von Namen.
Das gilt auch, wenn Leute kommen und gehen, was in eurer Branche der Normalfall ist. Wenn im Herbst drei neue Gesichter dazustossen, sollten deren Bilder aussehen wie die der anderen und nicht wie Fremdkörper. Eine klare Bildsprache, an die sich neue Portraits anlehnen, spart euch bei jedem Personalwechsel die Grundsatzdiskussion und hält die Website über Jahre stimmig.
So fügt sich das in euren Alltag ein
Der ehrliche Einwand lautet meistens, dafür haben wir keine Zeit. Zwischen Angeboten, Einkauf und dem nächsten Grossauftrag ist ein Fotoshooting das Erste, das gestrichen wird. Das ist verständlich, aber es kostet euch bares Geld, weil Kundschaft bei anonymen Anbietern zögert und lieber dort bucht, wo sie ein Gesicht gesehen hat. Der Aufwand für gute Bilder ist heute deutlich kleiner geworden, als viele denken, und er lässt sich in einen normalen Arbeitstag legen, ohne dass die Crew einen freien Nachmittag opfern muss.
Fangt klein an. Nehmt euch zuerst die drei, vier Menschen vor, die im Kundenkontakt stehen, eure Ansprechpersonen fürs Erstgespräch, eure Serviceleitung. Diese Gesichter zählen am meisten, weil die Kundschaft sie tatsächlich treffen wird. Danach zieht ihr den Rest des Teams nach, in gleicher Machart. Wichtig ist nur, dass alles aus einem Guss bleibt und dass jedes neue Bild diesem Stil folgt.
Es muss längst nicht mehr das teure Studioshooting mit halbem Tag Ausfall sein. Moderne, studiofreie Wege erlauben es, saubere und einheitliche Portraits mit überschaubarem Aufwand zu erstellen, sogar direkt aus guten Selfies eurer Leute. Wie ihr das konkret löst, ist am Ende zweitrangig. Entscheidend ist die Einsicht dahinter. Eure Website verkauft nicht das Buffet. Sie verkauft die Menschen, die es tragen. Zeigt sie.


